Stecklinge und wie sie deinen Garten explodieren lassen 9


Wir sind im Steckling- Fieber! So einfach, so schnell und so wahnsinnig große Erfolge. 

Die Vermehrung von Beerensträuchern oder Bäumen durch Stecklinge ist wirklich denkbar einfach. Sie ist auch eine der schnellsten Arten der Pflanzenvermehrung. So kannst du deine bereits bestehendes Sortiment in kürzester Zeit zu einem Maximum ausdehnen. 

Beeriger Lebendzaun 

Wir haben schon länger geplant einen lebenden Zaun, bestehend aus Beeren rund um unser Grundstück zu pflanzen. Aus stacheligen Sträuchern, um Jäger fernzuhalten, und unsere Hühner in Zukunft zu schützen. Doch woher bekommen wir hunderte Beerenpflanzen ohne unser Sparschwein zu plündern? 

Diese Frage hat sich dieses Jahr zum Glück gelöst! Diesen Frühling haben wir endlich ein tolles Gewächshaus in unserem Garten, welches uns hier ganz toll unter die Arme greift. 

Ende Februar haben wir einen Ausflug zu einem Permakultur Schaugarten in unserer Region gemacht, um uns dort ein wenig umzusehen. Nachdem wir eingeladen wurden, dort Stecklinge zu schneiden, haben wir natürlich Gartenscheren und Kübel eingepackt. Nun haben wir um die 100 Beerenpflanzen erfolgreich eingetopft. Seltene Obstsorten durften wir auch ein paar einhamstern. 

Tipp: Besucht Schaugärten in eurer Region. Dort finden sich oft Pflanzensorten, die in der Gärtnerei nicht zu kaufen sind. Dieses Jahr durften wir winterharte Bäume entdecken von denen wir zuvor nur geträumt hatten. 

Schritt für Schritt 

  • Wähle eine starke Mutterpflanze für die Vermehrung
  • Schneide ca. 15 cm lange Steckhölzer der Mutterpflanze
  • Achte darauf, dass du ein paar Knospen am oberen Ende des Holzes hast
  • Die Knospen am unteren Ende werden entfernt – hier werden Wurzeln entstehen
  • Die unteren Spitzen können in Weidenjauche getaucht werden bevor sie eingesetzt werden.
  • Steckling ca 10 cm in die Erde stecken.
  • Angießen und feucht halten. Durch eine Mulchschicht bleibt das Unkraut aus und Feuchtigkeit werden gespeichert.

 

Hormone für die Wurzeln 

Wer seine Erfolgsquote noch einmal erhöhen möchte, sollte sich ein Wurzelhormon aus Weidenschnitt anlegen. 

Es werden ganz einfach, wie bei der Brennesseljauche, Grünschnitt von einer beliebigen Weidenart in Wasser eingelegt, bis es anfängt leicht zu stinken. Mit diesem Wasser kannst du deine Stecklinge wassern um ihnen bei der Wurzelbildung zu helfen. Die Weidenjauche sollte nicht pur sondern immer verdünnt gegeben werden.

 

Welche Pflanzen kann ich schon vermehren? 

Im Frühjahr können schon einige Stecklinge geschnitten und eingesetzt werden. Zwischen Januar und März können vor allem Hartholz Stecklinge gut vermehrt werden. 

Ribisel, Jostabeere und Stachelbeere haben wir bereits Anfang März ganz unkompliziert in die Erde im Garten oder Wald gesteckt und das hat auch wunderbar funktioniert. Die Stecklinge treiben aus und scheinen zufrieden zu sein 🙂 

Weiches Holz, Kräuter usw. werden erst im Sommer, zwischen Mai und Juli, geschnitten. 

 

Wann wird ausgepflanzt?  

Wer seine Stecklinge im Gewächshaus großziehen möchte sollte ca. ein Jahr warten, bis sie umgetopft werden. So können sich Wurzeln gut entwickeln und den Standortwechsel besser vertragen. 

Wer im Februar bereits Beeren vermehrt kann diese auch im Spätsommer auspflanzen. 

 

Alles Liebe,

Lisa Signature

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

9 Gedanken zu “Stecklinge und wie sie deinen Garten explodieren lassen

  • Christine Weiss

    Möchte gerne mehr Stachelbeeren und Johannisbeeren hier in Portugal ernten , meine Sträucher krepeln vor sich hin , seit 2 Jahren !

  • Helene Sützl

    Wow, ich bewundere, wie vorausschauend und v.a. geduldig ihr seid! Bis aus den Stecklingen ein schützender Zaun wächst, vergehen vermutlich ein paar Jährchen?
    Was macht ihr denn gegen die Raubtiere aus der Luft?
    Interessanter Beitrag 🙂

    • Lisa Green Autor des Beitrags

      Bis er wirklich dicht ist werden wohl ein paar Jahre vergehen aber wenn er einmal steht dann haben wir noch viele Jahrzehnte Freude dran 🙂
      Liebe Grüße nach Japan 😉

  • Marie

    Liebe Lisa,
    danke für die vielen wertvollen Tipps. Ich finde es total gut, den Fokus auf mehrjährige Pflanzen zu lenken, die über Jahre oder Jahrzehnte Ertrag bringen, anstatt mit Selbstversorgung nur das jährliche Anlegen eines Gemüsebeets zu meinen. Mit Beeren, Obst und Nüssen hat man langfristig viel weniger Arbeit und viel größere Ernten. Leider werden wir nach unserem Studium umziehen, deswegen “lohnt” es sich für uns nicht, Obstbäume zu pflanzen. Wobei ich überlege, mir ein paar in Töpfen zu ziehen, die wir dann mitnehmen können. Aber Beerensträucher-Stecklinge habe ich dieses Jahr auch gemacht. 🙂
    Viele liebe Grüße,
    Marie

    • Joey Green

      Der beste Zeit eine Baum zu pflanzen war gestern. Pflanzt du jetzt aus, hast du schon Beeren beim ausziehen. Ribisel gehen ganz leicht zum vermehren. Stachelbeeren gedeihen sogar im Schatten!